Sonstiges

Das Fell 1: NFS

Bauer A et al, 2017. A nonsense variant in the ST14 gene in Akhal-Teke horses with naked foal syndrome. G3 Vol 7, 1315 -1321.
Bedingung für die Fellfarbe ist natürlich das vorhanden sein eines ausgeprägten Felles. Man kann sich aber auch leicht vorstellen, dass es Entwicklungen gibt, bzw. gegeben hat, die das Haarwachstum reduzieren. In der Tat ist der Mensch selber ein gutes Beispiel für spärlichem Haarwachstum, wie die Meeressäuger, und, bei den domestizierten Tieren, das hochgezüchtete Hausschwein.


Bild 1: Landrasse im Donaudelta, zwei Sauen mit unterschiedlichen Haartypen.

Nun gibt es auch Abweichungen der Haut und/oder des Felles die eher als ungünstige Mutationen betrachtet werden müssen. Beim Menschen sind zahlreiche sogenannten Genodermatosen bekannt. Mutationen in dem ST14-Gen, zum Beispiel, verursachen u.a. Schuppenbildung der Haut und verringertes Haarwachstum. Beim Pferd ist jetzt eine Mutation in diesem Gen identifiziert worden bei Pferden die an NFS (naked foal syndrome) leiden. Die Fohlen haben kaum Haar, ein milder Form von Schuppenbildung und leben in der Regel nicht länger als drei Jahre. Das Beispiel dieses Syndroms zeigt einmal mehr die Gefahr die von rezessiven Erbkrankheiten ausgeht in rein gezüchteten, relativ kleinen Populationen; im Laufe der Zeit kann sich die Zahl der mischerbig Pferde (die Hälfte etwa der mischerbigen Hengste) unbemerkt erhöhen, so dass, als Folge von Inzucht oder das Kreuzen bestimmten Linien, immer mehr nackte Fohlen geboren werden. Die seltene Geburt eines haarlosen Fohlens ist seit den 30er Jahren beim Achal Tekkiner belegt. Nicht mal eine mögliche Dunkelziffer durch eventuelles abortieren oder Totgeburten konnte das sich anbahnende Problem vertuschen. Das willkommene Forschungsprojekt (in internationaler Zusammenarbeit) ist denn auch von den Zuchtvereinen als Anlass genommen Züchter um Mithilfe bei der Beschaffung von Informationen, Erbmaterial und Bilder zu helfen. Der DNA-Test erlaubt es Träger des Defektes frühzeitig zu identifizieren. Für eine relativ kleine Zuchtpopulation kann ausschließen aller Träger allzu drastisch sein: hier müssen in den Verbänden die für die Zukunft notwendigen Entscheidungen getroffen werden.